StartClim2006: "Klimawandel und Gesundheit, Tourismus, Energie"

Die StartClim-Untersuchungen des letzten Jahres haben bereits gezeigt, dass wesentliche Änderungen in den Habitaten in Zusammenhang mit dem Klimawandel zu erwarten sind, und dass dies Folgen für die menschliche Gesundheit wie auch für den Ertrag in der Landwirtschaft haben kann. Im Rahmen von StartClim2006 wurden zwei Untersuchungen diesem Thema gewidmet: eine zur Verbreitung von Leishmaniosen bzw. ihrer Überträger und eine zum vermehrten Auftreten von Engerlingen im Grünland. Zu den gesundheitsrelevanten Untersuchungen zählt auch eine zur Feinstaubbelastung, an die sich die Analyse der Veränderungen von Heizgradtagen fast nahtlos anschließt. Drei Arbeiten widmeten sich dem Einfluss des Klimawandels auf den Sommertourismus.

Endberichte der einzelnen StartClim2006-Teilprojekte:

StartClim2006.A: Feinstaub und Klimawandel - Gibt es Zusammenhänge in Nordost-Österreich?

Institut für Meteorologie, Universität für Bodenkultur
Bernd C. Krüger, Irene Schicker, Herbert Formayer
Medizinische Universität Wien, ZPH, Institut für Umwelthygiene
Hanns Moshammer

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Kurzfassung

Luftschadstoffe und insbesondere Feinstaub sind gesundheitlich bedenklich. Auch bei der-zeit vorherrschenden Konzentrationen zeigt sich ein Einfluss auf die tägliche Variation von Gesundheitsindikatoren wie tägliche Sterblichkeit (Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen), Krankenhausaufnahmen und Atemwegssymptome. Die Konzentration der Schadstoffe wird maßgeblich von der Witterung beeinflusst. In Nordostösterreich tritt eine erhöhte Feinstaubkonzentration vorwiegend im Winter auf und am häufigsten bei Hochdruckwetterlagen. Eine niedrige Mischungsschichthöhe ist eine Voraussetzung für erhöhte Konzentrationen. Aerosole wiederum beeinflussen den Strahlungshaushalt und somit das Klima.

Aus den aktuellen Klimaszenarien lässt sich für die Zukunft in Bezug auf die durchschnittliche Mischungsschichthöhe eine kürzere Phase wintertypischer Verhältnisse und somit eine bessere Verdünnung der Feinstaubkonzentration ableiten. Gleichzeitig sind aber auch Änderungen im Emissionsmuster (weniger Heizenergiebedarf, mehr Kühlenergiebedarf) durch den Klimawandel zu berücksichtigen, sowie in noch stärkerem Maße Reduktionen auf Grund der technischen Entwicklung.

Die Interaktion zwischen „Wetter“ und „Schadstoffen“ in ihrer Wirkung auf die Gesundheit ist äußerst komplex und sollte ausführlicher untersucht werden. Eine „simple“ Aussage wie „Hitze und Feinstaub verstärken sich gegenseitig in ihrer gesundheitsschädigenden Wirkung“ kann zum derzeitigen Zeitpunkt nicht abgegeben werden. Bestenfalls gibt es Hinweise auf eine solche Interaktion zwischen Hitze und Ozon. Dieser Befund ist jedoch unsicher, da die Ergebnisse in Abhängigkeit vom zugrundeliegenden statistischen Modell nicht einheitlich sind. Weiterhin sollte auch der Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Depositionsgeschwindigkeiten von Partikeln mit und ohne Schneebedeckung vor dem Hintergrund des Klimawandels untersucht werden.

StartClim2006.B: Risiko-Profil für das autochthone Auftreten von Viszeraler Leishmaniose in Österreich

Abteilung für Medizinische Parasitologie, Klinisches Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie, Medizinische Universität Wien
Horst Aspöck, Julia Walochnik
Institut für Meteorologie, Universität für Bodenkultur
Thomas Gerersdorfer, Herbert Formayer

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Kurzfassung

Weltweit sind etwa 12 Millionen Menschen mit Leishmanien infiziert, und mindestens 60.000 sterben jedes Jahr an einer Leishmaniose. Das Vorkommen der Leishmaniosen ist an das Vorkommen von Sandmücken (Phlebotominae) gebunden, welche den Erreger bei der Blutmahlzeit aufnehmen und bei der nächsten Blutmahlzeit auf einen neuen Wirt übertragen. Lange war man der Meinung, dass Sandmücken in Europa im Wesentlichen nur im Mittelmeergebiet (und sporadisch in wärmebegünstigten Teilen West- und Osteuropas) vorkommen. In jüngerer Zeit aber wurden auch in verschiedenen Teilen Mitteleuropas, namentlich auch in Deutschland, Sandmücken-Vorkommen nachgewiesen. Diese Vorkommen hängen möglicherweise zum Teil mit Klimaveränderungen zusammen. Ziel des vorliegenden Projekts war es, alle bekannten mitteleuropäischen Sandmücken-Fundorte auf der Basis der Ermittlung der bestimmenden klimatologischen Parameter zu charakterisieren und anschließend jene Regionen in Österreich auszuweisen, in denen aufgrund der klimatologischen Gegebenheiten Sandmücken-Vorkommen möglich sind, um insgesamt das Risiko für das autochthone Auftreten von Leishmaniose in Österreich abschätzen zu können.

Aus Mitteleuropa und den angrenzenden extramediterranen Gebieten sind bisher sechs Sandmücken-Arten gemeldet worden. Aus dem Vergleich der klimatologischen Parameter aller bisherigen Fundorte hat sich ergeben, dass die Temperatur den limitierenden Parameter darstellt. Derzeit werden die erforderlichen Juli- bzw. Januartemperaturen für keine der sechs Arten in Österreich konstant erfüllt, allerdings würde sich dies bereits bei einer Erwärmung um weniger als 1°C in zahlreichen Regionen ändern. Jene Gebie-te, für die ein Sandmücken-Vorkommen am wahrscheinlichsten ist, sind das Rheintal, das Donautal, das östliche Burgenland und die Grenzregion zu Slowenien. Die Sandmücken-Arten, die am ehesten in Österreich zu erwarten sind, sind Phlebotomus mascittii in Westösterreich und Ph. neglectus (und Ph. perfiliewi) in Ostösterreich.

StartClim2006.C: Auswirkung des Klimawandels auf die Ausbreitung der Engerlingsschäden (Scarabaeidae; Coleoptera) im österreichischen Grünland

Bio Forschung Austria
Eva Maria Grünbacher, Patrick Hann, Claus Trska, Bernhard Kromp
Institut für Meteorologie, Universität für Bodenkultur
Herbert Formayer

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Kurzfassung

Bei Literaturrecherchen wurde festgestellt, dass klimatische Einflussfaktoren und günstige Bodenfaktoren hauptverantwortlich für das Auftreten von Engerlingen und deren Fraßschäden sind. Im österreichischen Wirtschaftsgrünland sind vor allem bodenlebende Engerlinge der Feld-Maikäfer (Melolontha melolontha), der Junikäfer (Amphimallon solstitiale) und der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola; alle Blatthornkäfer, Scarabaeidae) von Interesse. Durch Befragungen von Pflanzenschutzreferenten der Landwirtschaftskammern und mittels eines an 74 Bezirksbauernkammern versandten Fragebogens, wurde österreichweit seit dem Jahr 2000 insgesamt eine geschätzte Schadensfläche von über 14.800 ha, vorwiegend im Grünland, erhoben. Ab 2000 gab es eine stetige Zunahme an Engerlingsschäden, mit einem Höhepunkt im Hitze- und Dürrejahr 2003. Die befallenen Flächen erstreckten sich entlang des Alpenhauptkammes von Vorarlberg bis ins Alpenvorland. Zudem waren Südhänge des Donautals in Ober- und Niederösterreich und das Innviertel betroffen. Das massive Auftreten des Engerlings dürfte dem Gartenlaubkäfer zuzuschreiben sein, welcher in diesen Regionen hauptsächlich anzutreffen ist und in Grünlandgebieten Schäden auf südlich exponierten Hängen verursacht. Von 2004 bis 2006 nahm das Schadausmaß in ganz Österreich wieder ab. Aus einer Analyse der Niederschlagsanomalien in Österreich im Jahr 2003 ist ersichtlich, dass die Schadregionen hauptsächlich in den Gebieten mit starkem Niederschlagsdefizit lagen. Auch bei den 2007 durchgeführten Betriebserhebungen verdichteten sich die Hinweise darauf, dass Trockenheit und höhere Bodentemperaturen die für eine optimale Entwicklung der Engerlingspopulationen und nachfolgende Fraßschäden bestimmenden Faktoren sein dürften.

Trockenheit kann die Auswirkungen des Engerlingsfraßes zusätzlich verstärken, indem die Regeneration der geschädigten Grasnarbe verzögert wird. Bei starker Schädigung der Grasnarbe in Hanglagen kann es durch Abrutschen der Maschinen zu gefährlichen Situationen für die BewirtschafterInnen kommen.

Für die Konzepterstellung und Realisierung eines Engerling-Warndienstes ist es notwendig, die identifizierten Parameter bezüglich ihrer Wirkung auf den Käfer bzw. Engerling genauer zu überprüfen und anschließend zu  quantifizieren. Die Erstellung eines zuverlässigen Prognosesystems erfordert genaue Angaben zu den Verbreitungsgebieten der Engerlingsarten und deren ökologische Ansprüche, vor allem bezüglich der Bodenparameter.

StartClim2006.D1: Die Sensitivität des Sommertourismus in Österreich auf den Klimawandel

Institut für touristische Raumplanung
Volker Fleischhacker
Institut für Meteorologie, Universität für Bodenkultur
Herbert Formayer

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Kurzfassung

Im österreichischen Sommertourismus wird das Nächtigungsvolumen von den Nachfrage-segmenten Städte-, Kongress-, Kur-/Gesundheitstourismus, Urlaube in Luftkurorten, Seen-, Donau-, Schutzgebiets-, Weinstrassentourismus, Urlaub auf dem Lande oder Alpin-/Bergtourismus geprägt. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Anforderungen an die „natürlichen Qualitätskriterien“, wie Landschaft /Natur und Wetter/Klima, und ihrer differenzierten Palette an naturkonsumierende Freiluftaktivitäten, sind sie stark von klimatischen bzw. Witterungsverhältnissen abhängig. Die Nachfragesegmente sind daher von einer Klimaänderung in unterschiedlichem Ausmaß betroffen.

Eine erste, in subjektiver Form aber auf Basis langjähriger Expertise durchgeführte Einschätzung der Betroffenheit der verschiedenen Tourismussegmenten ergab, dass vor allem der Alpintourismus, der Seentourismus und der Donautourismus vom Klimawandel, wie er durch die Klimaszenarien des Forschungsprojektes reclip:more beschrieben wird, betroffen wären, während der Kongress-, Städte- und Gesundheitstourismus dies nur in geringem Maße wären. Anders als im Wintertourismus, ergaben sich jedoch gerade für die sensitiven Segmente vorwiegend positive Auswirkungen. Am meisten dürfte der Seentourismus profitieren. Am Beispiel zwei ausgewählter Seengebiete zeigt sich, dass sich für das Szenario 2050 der Temperaturanstieg zu einer Zunahme der „Sommertage“ um etwa 40%, zu einer mehr als Verdoppelung der „Hitzetage“ und zu einer Halbierung der „Kühlen Tage“ führt. Die Badesai-son/-tauglichkeit würde sich somit über rund vier Monate erstrecken und damit auch die Wirtschaftlichkeit (Auslastung) im Sommertourismus erhöhen.

StartClim2006.D2: Auswirkungen des Klimawandels auf das klimatische Tourismuspotenzial

Meteorologisches Institut, Universität Freiburg
Andreas Matzarakis, Christina Endler, Robert Neumcke
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik,
Elisabeth Koch, Ernest Rudel

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Anhang (pdf, ca. 1,1 MB)

Kurzfassung

Wetter und das Klima zählen neben der geographischen Lage, der Topographie, dem Land-schaftsbild, der Vegetation und der Tierwelt zu den natürlichen Faktoren des Tourismus- und Freizeitangebots. Sie sind aber auch limitierende Faktoren und Steuergrößen des Angebots. Aus diesem Grund wird der Klimawandel auch auf den Sommertourismus in Österreich Auswirkungen zeigen.

Im vorliegenden Bericht werden zunächst die meteorologischen und klimatologischen Grö-ßen aus der Tourismus-Klimatologie und der Human-Biometeorologie bestimmt, anschließend die Methodik zur Quantifizierung des klimatischen Tourismuspotenzials in Fremdenverkehrsorten erarbeitet und folglich allgemein verständliche Darstellungsdiagramme und Erklärungsschemata zur Beschreibung des Klimas für Fremdenverkehrszwecke entwickelt und eingesetzt. Als erstes wurden die Klimabedingungen für den Zeitraum 1950-2005 auf der Grundlage von Klimadaten der ZAMG ausgearbeitet. Mit Hilfe der vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg berechneten Klimaprojektionen für 1961 – 2050 werden Sommertourismusbedingungen auf der Grundlage von Anzahl von Tagen mit geeigneten Bedingungen für ausgewählte Gebiete untersucht und tourismusrelevant ausgearbeitet.

Es zeigt sich, dass es zu einer Verlängerung der Sommerperiode kommen wird, die allerdings auch von negativen Folgen wie z.B. Hitzestress begleitet sein wird. Die erzielten Ergebnisse und Informationen sind für Fremdenverkehrsanbieter und –behörden und für alle Interessierten hilfreich und bilden eine Basis für Präventions- und Adaptationsmaßnahmen.

StartClim2006.D3: See-Vision: Einfluss von klimawandelbedingten Wasserschwankungen im Neusiedler See auf die Wahrnehmung und das Verhalten von Besucherinnen und Besuchern

Institut für Landschaftsentwicklung, Naturschutz und Erholung, BOKU
Ulrike Pröbstl, Alexandra Jiricka, Thomas Schauppenlehner
Simon Fraser University, Burnaby, Canada
Wolfgang Haider

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Anhang (pdf, ca. 50 KB)

Kurzfassung

Ziel des vorliegenden Projektes „See-Vision“ ist es, die Effekte von im Zuge des Klimawan-dels mit höherer Wahrscheinlichkeit auftretenden Wasserspiegelschwankungen des Neusiedler Sees auf die Wahrnehmung und besonders auf das Verhalten von Touristinnen und Touristen zu analysieren. Dazu wurden Befragungen durchgeführt, deren Kernstück die in Tourismus und Marktforschung bewährte Methode des „Discrete Choice Experiments“ (kurz DCE) darstellte. Im Rahmen des DCE wurden hier neben anderen Attributen auch, visuelle Darstellungen verwendet, die unterschiedliche Wasserstände des Sees und ihre Wirkung auf verschiedene Landschaftstypen aufzeigen. Dieser methodische Ansatz erlaubt es in  besonderer Weise Einschätzungen und Vorlieben von nicht existierenden Szenarien zu erfassen.

Allgemein zeigte sich, dass der Wert der Region sehr stark in ihrer Natur und Einzigartigkeit begründet liegt. Ein wichtiger Aspekt ist weiters die Eigenart und das besondere Profil der pannonischen Region, insbesondere auch ihre Gastfreundlichkeit und Unverfälschtheit. Weiters spielen die Kulinarik und das Weinangebot eine wichtige Rolle. Sport steht nicht an erster Stelle für die Touristen und Touristinnen, ist aber dennoch eine wichtige Komponente. Hierbei sind die „Leading-Three“ Radfahren, Wandern und Schwimmen.

Die Ergebnisse des Choice Experimentes variierten stark zwischen den Wochenendebesuchern und Urlaubern. Während Wochenendgäste in erster Linie die angebotenen Sportaktivitaeten und Infrastruktur (Baden in See und Swimming pool) als wichtig beurteilten, sind für Urlauber vor allem die Landschaftsattribute des Wasserstandes und Naturerlebnisangebotes, sowie Kultur- und Weinerlebnis die wichtigsten Beurteilungskriterien. 

Die Auswertungen ergaben, dass die Wirkung der Wasserschwankungen stark vom Landschaftstyp am Ufer (z.B. mit Schilfzone oder offenes Ufer, Schotterstrand) abhängt. Natur-Interessierte zeigen deutlich stärkere Reaktionen auf die vorgelegten Wasserstandsveränderungen.

Im Hinblick auf Adaptionsmöglichkeiten, das heißt Maßnahmen, die ergriffen werden können um die Auswirkungen möglicher deutlicher Schwankungen zu kompensieren ergaben sich folgende Ergebnisse:

- Für die meisten Urlauber ist eine eingeschränkte Bademöglichkeit im See nicht entscheidend, solange noch ein ansprechendes Bild des Sees vorhanden ist. Einge-schränkte Bademöglichkeiten können daher durch Pools/Bäder kompensiert werden. Anders sehen dies die vielen Tages und Wochenendbesucher. Aus ihrer Sicht sind die Möglichkeiten eingeschränkte Bademöglichkeit im See durch Pools zu kompen-sieren begrenzt.  Deutliche Einbussen ergeben sich auch im Bereich Segeln. Wie er-wartet ist eine Einschränkung des Segelreviers für bestimmte Bootsklassen nicht kompensierbar.

- Anders als ursprünglich erwartet, zeigt sich ein Potential von Adaptionsmöglichkeiten vor allem bei den Urlaubern aufgrund des hohen Interesses an Natur-, Kultur- und weinbezogenen Angeboten.  Hier ist auf eine Beibehaltung und einen Ausbau in Zukunft zu achten.

- Neben dem See und charakteristischen Angeboten der Neusiedlerseeregion mit Schwerpunkt Kultur, Natur und Wein ist das gehobenere sportbezogene Infrastrukturangebot (z.B.  Reiten, Golf) von geringem Einfluss. Es spricht nur geringe Teile der Besucher an.

- Die Überlegung durch mehr Information zum Steppensee die Akzeptanz von Wasserschwankungen zu erhöhen bestätigt sich bislang nicht.

StartClim2006.F: Auswirkungen des Klimawandels auf Heiz- und Kühlenergiebedarf in Österreich

Institut für Technologie- und Regionalpolitik, Joanneum Research (1);
Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel, Universität Graz (2);
Institut für Geophysik, Astrophysik und Meteorologie, Universität Graz (3);
Institut für Meteorologie und Geophysik, Universität Wien (4)
Institut für Energieforschung, Joanneum Research (5)
Franz Prettenthaler1,2, Andreas Gobiet2,3
Clemens Habsburg-Lothringen1.,Reinhold Steinacker4
Christoph Töglhofer2, Andreas Türk2,5

Download Endbericht StartClim2006.F (pdf, ca. 2,5 MB)

Kurzfassung

Dieses Projekt untersuchte den Einfluss der Klimaveränderung auf den Heiz- und Kühl-energiebedarf in Österreich. Auf Basis einer räumlich und zeitlich hoch aufgelösten Klimatologie des Alpenraums und eines hoch aufgelösten Klima-Änderungsszenarios für die Periode 2041-2050 wurden ausgehend von der Basisperiode 1981-90 die zu erwartende Änderung der Heiz- und Kühlgradtage österreichweit flächendeckend berechnet. Diese Änderung wurde mit Daten zum österreichischen Gebäudebestand und dessen Heizenergiebedarf kombiniert und der Nutz- und Endenergiebedarf sowohl auf regionaler Ebene als auch für ganz Österreich berechnet. Die Ergebnisse weisen für die Periode 2041-2050 eine klimabedingte Abnahme des mittleren Heizenergiebedarfs von etwa 20 Prozent gegenüber der Ausgangsperiode 1981-90 auf, dies entspricht einer Abnah-me von etwa 10.800 Gigawattstunden bei derzeitigem Gebäudebestand. Dabei zeigt sich, dass die absolute Abnahme des Heizenergiebedarfs in den Alpenregionen stärker ausfällt als in den Niederungen. Umgekehrt nimmt die Zahl der Kühlgradtage vor allem in den tiefer gelegenen Regionen deutlich stärker zu. Die Aussagen wurden anhand der Schwerpunktregionen Wien und Lienz verdeutlicht. Weiters wurde das Verhältnis zwischen der Abnahme der Heizgradtage und der Zunahme der Kühlgradtage untersucht. Während in höherliegenden Gebieten pro zusätzlichen Kühlgradtag zwischen 5 (400 Meter Seehöhe) und 20 (900 Meter Seehöhe) Heizgradtage wegfallen, beträgt das Substitutionsverhältnis auf 300 Metern 1:4, auf 200 Metern 1:3 und auf 100 Metern 1:2. Auch wurde die durch das Klimaänderungsszenario bedingte Seehöhenverschiebung der Heiz- und Kühlgradtage berechnet. Es zeigte sich, dass sowohl bei den Heizgradtagen als auch bei den Kühlgradtagen eine Höhenverschiebung um etwa 300 Meter stattfindet. Dies würde beispielsweise bedeuten, dass die in der Basisperiode 1981-90 typischen Werte auf 200 Meter Höhe (z. B. Wien) in der Zielperiode für Orte mit etwa 500 Meter Seehöhe (z. B. Aspang) zu erwarten sind.

Nähere Informationen:

Nikolaus Becsi und Univ.Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb
BOKU, Department Wasser-Atmosphäre-Umwelt
Institut für Meteorologie, Peter Jordan-Straße 82, A-1190 Wien
Tel.: 01/476 54/81418

startclim@boku.ac.at
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http://www.wau.boku.ac.at/met.html